Raubkopierte Software wird zum Auslaufmodell

Windows, Word, Photoshop. Diese drei haben etwas gemeinsam. Was? Sie alle sind teuer, lassen sich aber mit sehr kleinem Zeitaufwand „kostenfrei“ aus dem Netz laden. Ist seit Jahren so, und geht auch heute noch. Warum das ein Auslaufmodell sein soll?

Web-Apps – das „Modell Spotify“ für Software

Spotify sollte jeder kennen – trotzdem kurz erklärt: Es gibt drei Tarife (kostenfrei, 5 & 10 Euro / Monat). Dafür hat man dann Zugriff auf die komplette Musikdatenbank von Spotify – 15 Millionen Songs. Wenn man nicht mehr zahlt oder das Abo kündigt, hat man keinen Zugriff mehr auf die Musik. Man bezahlt für den Zugang, nicht für das Produkt.

Dass dieses Bezahlmodell auch auf Software angewendet kann, ist schon länger bekannt (Stichwort: „Software as a Service; SaaS). Jetzt gibt es aber neue Ansätze, so genannte „Web Apps“. Eine Webapplikation, die dem „Desktop-Original“ nachempfunden ist. Ein gutes Beispiel ist „Office 365“, ein noch recht frisches Produkt aus dem Hause Microsoft. Ist dem – jedem bekannten – MS Office nachempfunden, läuft jedoch online, und gezahlt wird für den Zugang, für ein Jahr.

Auch interessant ist Fastbill. Eine Art Online-Lexware für Freiberufler und Kleinunternehmer. Auch da zahlt man nicht für die Software, sondern für die Bereitstellung des Onlinedienstes. Wer nicht zahlt, bekommt keinen Zugang.

Der Trend geht immer weiter zu solchen Web-Apps. Gutes Beispiel ist Google, vom Kalender, über Mail bis hin zur Office-Suite geht alles online.

Raubkopieren wird unmöglich

Beim Raubkopieren wird, ganz vereinfacht gesagt, eine .exe-Datei kopiert. Aber was will man bei solchen Web-Apps kopieren? Da müsste man sich erstmal auf ihren Server einhacken und die Software stehlen und woanders bereitstellen. Klingt kompliziert? Ist es auch!

Einen Account kann man auch nicht „cracken“. Die Datenbank liegt ja beim Betreiber, als Außenstehender kann man da keine Hochstufungen oder ähnliches vornehmen. Es ist – einfach gesagt – unmöglich, eine solche Software ohne zu bezahlen zu benutzen. Und da immer mehr Anbieter anfangen, ihre Services online anzubieten, wird Softwarebesitz, und damit das Raubkopieren, immer mehr zu einem Auslaufmodell. Gut so?