Wie der #blumenkübel zum Internet-Star wurde

Stephan Schaberl —  5. August 2010 — 2 Comments

Wer heute in seine Twitter-Timeline schaut, wird sich dem #blumenkübel kaum entziehen können. Eine kleine Meldung über einen zerbrochenen Blumenkübel, geschrieben von einer Praktikantin der Münsterschen Zeitung, ist daran schuld. Eine lyrische Abhandlung und einen Wikipedia-Eintrag hat er auch schon – und das innerhalb weniger Stunden. Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier.

Ein Bild des Grauens: Der zerstörte Blumenkübel

Ein Bild des Grauens: Der zerstörte Blumenkübel

Nun von Anfang an: Am Montag wurde am Antoniusstift in Neuenkirchen, vermutlich mutwillig, ein Blumenkübel zerstört.  Die Bewohner des Altenheims seien “traurig und verständnislos”. Dies wurde in der Lokalausgabe der Münsterschen Zeitung veröffentlicht. Drei Tage nach dem gefährlichen Attentat auf den 150€ teuren Kübel, wurde dieser zum Star im Netz.

Ausgelöst hat den Hype ein Redakteur der Münsterschen Zeitung, Ralf Heimann. Er schrieb am Mittwochabend via Twitter “In Neuenkirchen ist ein Blumenkübel umgekippt”, und hängte noch einen Link zu dem zugehörigen Artikel an. Seine 2100 Twitter-Follower griffen die Meldung auf, und verbreiteten diese, mit reichlich Ironie gespickt, weiter.

Im Sekundentakt trudeln nun verschiedenste Twitter-Meldungen, versehen mit dem Hashtag “#blumenkübel” ein. Siehe hier.

Die Welt, das Medienportal Horizont, Kress, HNA und sogar die Nachrichtenagentur DPA haben sich der Sache angenommen. Auch eine dramatisierte Fassung ist bereits Online.

Und für die Bewohner des Altenheimes hat die Sache übrigens auch etwas Gutes: Ein Blumenkübel-Fabrikant hat zugesagt, 2 neue Kübel zu liefern. Interessant wäre jetzt nur noch, wann und ob sich die Täter stellen.